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Dienstag, 7. September 2010

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HAU(P)T-SACHE: Haut – gesunde Ernährung

Hautbild beeinflussbar

Es gibt eine Vielzahl von Faktoren, die für Gesundheit sowie Erscheinungsbild unserer Haut verantwortlich sind.  Einige gibt uns die Natur unwiderruflich vor, andere können wir durch unsere Lebensführung zum Guten wie zum Schlechten beeinflussen.

genussFaktoren sind:

  • Gene
  • Hormone
  • psychischer Zustand
  • kosmetischen Pflege
  • Lebens- und Schlafgewohnheiten
  • Stress
  • Ernährung

Sich schön essen

Ein Faktor, den wir mit etwas Disziplin am leichtesten beeinflussen können, ist die Ernährung. Versorgt wird die Haut nämlich von innen durch das Blut, das alle wichtigen Bausteine aus dem großen Ernährungsbaukasten herantransportiert – eine gesunde Ernährung vorausgesetzt. Man kann sich regelrecht schön essen, wenn man weiß, worauf es ankommt und sich abwechslungsreich und vielfältig ernährt.
Als Teil des gesamten Organismus braucht die Haut
  • Proteine
  • Fett
  • Vitamine
  • Mineralien
  • Spurenelemente

um ihre vielfältigen Funktionen von Schutzschild, Sinnesorgan, Temperaturregulator bis hin zum sozialen Kontaktorgan erfüllen zu können.

Proteine

Unser Körper erneuert sich stets durch den Aufbau neuer Zellen. Unser Stoffwechsel zerlegt Eiweiß in seine Bausteine, die Aminosäuren, mit denen der Körper seine Aufbauarbeiten durchführen kann. Proteine sind also wichtig für den Aufbau von neuen Zellen. In Gang gesetzt werden biochemische Prozesse durch Enzyme in.

Fett

Fett braucht der Körper, um fettlösliche Vitamine erschließen zu können sowie zum Aufbau von Zellen (speziell der feinen Zellwände). Als besonders wertvoll gelten vor allem in pflanzlichen Ölen enthalte Fette mit ungesättigten Fettsäuren.

Vitamine

Hautprobleme wie trockene Haut, Ausschlag und Juckreiz sind häufiger Zeichen einer unzureichenden Versorgung als von Unverträglichkeiten. Man sollte in einem solchen Fall also lieber einen Hautarzt konsultieren, bevor man vorschnell wichtige Lebensmittel verdächtigt und von seiner Speisekarte verbannt. Eine besondere Rolle für unser Hautbild spielen die Vitamine der B-Gruppe.

Vitamin A
Vitamin A dient der Bildung neuer Oberhaut-Zellen. Beta-Carotin als Vorstufe (Provitamin) des Vitamin A ist wichtig für die Lichtverträglichkeit unserer Haut.
Enthalten in z.B.: Karotten und anderen gelblichen Obst- und Gemüsesorten.

B-Vitamine
Der sogenannte Vitamin-B-Komplex  enthält acht Vitamine: B1, B2, B6, B12, Biotin, Niacin, Pantothensäure  und Folsäure. Einige ihrer Vertreter sollen besonders helfen können, die Spannkraft, Elastizität und letztlich die Schönheit der Haut zu erhalten. Enthalten in z.B.: Vollkornprodukten und Gemüse.

Biotin

versorgt die Haut mit Aufbaustoffen und gilt generell als den Stoffwechsel anregend.
Enthalten in z.B.: in Champignons, Eigelb, Fleisch (Leber, Niere), Haferflocken, Hefe, Linsen, Milchprodukten, Sojabohnen.

Niacin

spielt als Bestandteil von Enzymen eine wichtige Rolle bei der Zell-Erneuerung.

Enthalten z.B.: in Bierhefe, Eiern, Fisch, Fleisch, Geflügel, grünem Gemüse, Milch, Vollkornprodukten und Weizenkeimen.

Pantothensäure

wirkt beschleunigend bei der Heilung kleiner Wunden und reguliert die Feuchtigkeit der Haut.
Enthalten in fast allen Lebensmitteln: besonders Eiern, Fisch, Fleisch (Leber), Hülsenfrüchten, Milch- und Vollkornprodukten.

Vitamin C
Dass Vitamin C gesund sei, ist wohl einer der am frühesten und nachhaltigsten verbreiteten elterlicher Erziehungswerte. Neben der allgemeinen Stärkung der Immunabwehr, ist es am Aufbau kollagener Fasern im Bindegewebe beteiligt und wirkt der Hautalterung entgegen, indem es hilft, freie Radikale unschädlich zu machen.
Enthalten z.B.: Broccoli, Kartoffeln, Paprika, Zitrusfrüchten.

Vitamin E
beugt ebenfalls der Hautalterung vor, weil es zellschädigende Freie Radikale neutralisiert und generell hilft, Schäden zu beseitigen.
Vorwiegend enthalten in: pflanzlichen Ölen (Weizenkeimöl, Sonneblumenöl, Olivenöl).

Mineralien und Spurenelemente

Vielfältige Aufgaben, die auch mit der Hautgesundheit in Verbindung stehen, übernehmen auch Mineralien und Spurenelemente.

Kalium und Natrium

regeln den Flüssigkeitsdruck im Gewebe und sorgen für eine straffe Haut. Enthalten in z.B.: Gemüse und Kräutern, Kartoffeln, Kaffee und Tee, Nüsse, Obst (Bananen, Trockenobst), Speisepilzen, Vollkornprodukten;
Natrium (Kochsalz ist in fast allen Lebensmitteln und in derart hohen Mengen vertreten, dass man eher zu viel davon konsumiert.

Eisen
Ohne Eisen wird die Haut trocken. Mineralien sind wichtig für die Bildung von Enzymen und den Stoffaustausch durch die Zellwände.
Enthalten z.B. in: Brot, Fleisch und Fleisch-Produkten, Gemüsearten wie Wirsing, Spinat, Linsen, Bohnen und Erbsen.
Wichtig: Eisen aus tierischen Lebensmitteln wird vielfach besser vom Körper aufgenommen als Eisen pflanzlicher Nahrungsquellen. Verbessern kann man die Eisenaufnahme durch die gleichzeitige Aufnahme von Nahrungsmitteln oder Getränken, die Vitamin C enthalten.

Kupfer
dient der Festigkeit und Elastizität der Haut, indem es die Bildung der Hautbestandteile Collagen und Elastin fördert.

Spurenelement Selen
Selen gilt als Antioxidans gegen freie Radikale. Es schützt die Haut vor Oxidationsschäden und verleiht ihr ein glattes, faltenloseres Aussehen.
Enthalten z.B. in: Eiern, Fisch, Kokosnüssen, Vollkornprodukten.

Zink

hilft dem Körper im Kampf gegen freie Radikale und verbessert die Leistung der Gedächtnisszellen des Immunsystems, was bei wiederholten Angriffen bestimmter Erreger zum Tragen kommt. Zink hemmt die gesteigerte Histaminausschüttung bei allergischen Reaktionen. So wird eine allergische Reaktion abgemildert.
Wie Selen und Magnesium erhöht es die Aktivität der Fresszellen. Zudem schützt es die Haut vor Oxidationsschäden.
Weil der Körper vermehrt Zink an geschädigte Hautpartien transportiert, ist eine gute Zinkversorgung wichtig, wenn etwa bei Neurodermitis blutige Krankheitsstellen auftreten.
Enthalten z.B. in: Fleisch, Fisch, Käse und Vollkornprodukte. Der absolute Spitzenreiter sind Austern.

Magnesium
erhöht die Aktivität der Fresszellen des Immunsystems, welche unliebsame Krankheitserreger vernichten, hält Zellwände stabil und durchlässig und ist für den Energiestoffwechsel mitverantwortlich.
Enthalten z.B. in: Hefe, Fisch, Gemüse (Brokkoli, Grünkohl, Portulak, Spinat, Schnittlauch) Hülsenfrüchten (Erbsen, weiße Bohnen, Sojabohnen) Kartoffeln, Obst (Beerenobst, getrocknete Datteln, Papaya), Samen und Nüssen, Vollkornprodukten (v.a. Weizenkeime)

Carotinoide und Flavonoide

Obst und Gemüse benutzen natürliche Inhaltsstoffen  (Aroma - Duft – Farbe), um Insekten, Schädlinge und Fressfeinde abzuwehren sowie ihr Wachstum zu regulieren. Für Menschen spielen die sekundären Pflanzenstoffe nicht nur für Geschmack und Aussehen, sondern auch bei der Abwehr von freien Radikalen eine wichtige Rolle.

Die leuchtenden Farben - gelb-rot, rot, gelb, grün - von Möhren, Paprika, Broccoli etc. signalisieren einen hohen Gehalt an Carotinoiden, die als Antioxidanzien dringend gebraucht werden.

Flavonoide finden sich in Trauben, Kirschen oder Auberginen.

Bekannt sind bis heute folgende sekundäre Pflanzenstoffe:
  • Carotinoide 
  • Flavonoide 
  • Glukosinolate 
  • Monoterpene 
  • Phytinsäure 
  • Phytoöstrogene 
  • Phytosterine 
  • Polyphenole
  • Protease-Inhibitoren 
  • Saponine 
  • Sulfide 

Haut hat immer Durst

Spröde, schlaffe oder gar schuppige Haut kann durchaus Folge unserer Trinkgewohnheiten sein. Fehlt dem Körper Wasser, fehlt auch Depotwasser in den Hautzellen. Das generelle Gebot, ausreichend zu trinken, gilt also auch für unsere äußere Hülle. 1,5 - 2 Liter am Tag sollten es schon sein. Am besten bekommen uns Wasser, Fruchtschorlen, Früchte- oder Kräutertees.

Freie Radikale – Nutzen und Schaden

Nutzen freier Radikale

Viele freie Radikale bedrohen uns gar nicht von außen, sondern sie entstehen bei natürlichen Stoffwechselprozessen (der Verwertung von Sauerstoff etwa) im menschlichen Körper und sind zunächst für das Immunsystem sogar nützlich, da sie schädliche Eindringlinge - wie Bakterien oder Viren - zerstören helfen. Außerdem ermöglichen sie überhaupt erst jene biochemischen Kettenreaktionen, bei denen der Körper mit Energie versorgt wird.

Mehr freie Radikale als benötigt

Leider beschränken sich die freien Radikale nicht auf diese nützlichen Aufgaben. Zudem prasseln geradezu Unmengen von ihnen von außen auf den menschlichen Organismus ein.
Durch starke Sonneneinstrahlung bildet sich aus Autoabgasen Ozon, das als freies Radikal ebenso große Schäden im Körper anrichten kann wie in Abgase und andere Emissionen enthaltene Kohlenmonoxide und andere aggressive Verbindungen, die über die Lungen in den Blutkreislauf gelangen können.

So ist der Körper weitaus mehr freien Radikalen ausgesetzt, als er benötigt oder kompensieren kann.

Zellschäden - Altern - Krebs

Im Laufe des Lebens nimmt die Fähigkeit des menschlichen Körpers, sich durch Zellerneuerungen jung zu halten ab. Irgendwann sterben Zellen ab, ohne ersetzt werden zu können. Freie Radikale können diesen natürlichen Alterungsprozess beschleunigen. Sie greifen Zellmembranen an, wodurch Zellen sich nicht vollständig regenerieren können.
Teilweise wird sogar das Erbgut einer Zelle geschädigt.

Mögliche gesundheitliche Folgen sind:
  • Beschädigte Zellen können ihre Aufgaben nicht mehr ausreichend erfüllen.
  • Die Schutzfunktion der Haut lässt nach.
  • Verdauungsorgane oder das Herz-Kreislauf-Systems werden beeinträchtigt.
  • Das veränderte Erbgut von Zellen steigert das Krebsrisiko.
Doppelt schlimm für den menschlichen Organismus ist, dass die zerstörerischen chemischen Prozesse weitere freie Radikale hervorbringen. Es können sich letztlich regelrechte Kettenreaktionen der Zerstörung im Körper abspielen.

Abwehr durch Essen:
Antioxidantien  Eine Schutzmaßnahme vor der unheilvollen Wirkung freier Radikale sind so genannte Antioxidantien  (auch Antioxidanzien). Einen Teil bildet der Körper selbst, der größere muss und kann über die Nahrung aufgenommen werden.
(siehe oben im Text)

Genuss- und Umweltgifte

Dass sich der Konsum von Genussgiften wie Alkohol und Nikotin generell ungesund auf die Gesundheit – somit auch das hier zur Debatte stehende Hautbild – auswirkt, ist allgemein bekannt

Nikotin - Raucher
Über den Zigarettenrauch inhalieren Raucher wie Mit-Raucher große Mengen aggressiv wirkender Giftstoffe. Gravierende Zellschäden, frühzeitiges Altern, Krebs können die Folge sein. Der Haut sieht man Nikotinkonsum schnell an.

Alkohol
mag man vielleicht gelegentlich als Genussmittel zu sich nehmen. Allerdings bedeutet der angenehme Rausch des Menschen für die Leber beim Abbau dieses Nervengiftes reinen Stress. Hierbei entstehen nämlich aggressive freie Radikale, die die Zellerneuerung bremsen oder verändern können, was wie beim Nikotinkonsum – neben inneren Schäden - auch zu äußerlich sichtbaren Zeichen körperlichen Verfalls führt. 
 
Pestizide, Pflanzengift und Co.
Obst und Gemüse sollen zwar frisch und unbeschadet beim Verbraucher landen, die Substanzen können jedoch selbst in geringster Dosierung oft äußerst schädlich auf den menschlichen Körper wirken.  Freie Radikale und führen auch hier zu oxidativem Stress, der die Zellmembranen zerstören oder verändern und zu den oben beschriebenen Folgen führen kann.

Sonne
UVA- und UVB-Strahlen können tief in die unterschiedlichen Schichten der ungeschützten Haut vordringen. Sie können Moleküle in freie Radikale verwandeln und Schädigungskettenreaktionen hervorrufen, die im Extremfall das Erbgut der Hautzellen schädigen und letztlich sogar Hautkrebs auslösen können.
Man muss wissen: Gesunde Bräune oder gar Sonnenbrand lassen Haut schneller altern.

Carotinoide und Flavonoide
spielen als sekundäre Pflanzenstoffe nicht nur für Geschmack und Aussehen von Obst und Gemüse eine Rolle, sondern werden auch bei der Abwehr von freien Radikalen aktiv. Die gelb-rote Farbe von Möhren, Paprika oder auch das Grün von Broccoli sind leuchtende Zeichen für einen hohen Gehalt an Carotinoiden, die als Antioxidanzien wertvolle Arbeit leisten. Trauben, Kirschen, aber auch Auberginen enthalten viele Flavonoide, die zusätzlich zu ihrer Funktion als Antioxidantien Herz und Kreislauf schützen können.
 

Redewendungen

auf der faulen Haut liegen, aus der Haut fahren, Dir juckt wohl das Fell!?, dünnhäutig sein ein dicke/s Fell/ Haut haben/
bekommen, eine ehrliche Haut, eine gute Haut sein, eine treue Haut sein, etwas hautnah miterleben, ein jemandes Haut schlüpfen, jemandem das Fell versohlen, jemandem die Haut über die Ohren ziehen, jemandem die Haut/das Fell/das Leder gerben, mit Haut und Haaren, mit heiler Haut davonkommen, möchte nicht in deiner Haut stecken, nass bis auf die Haut, nicht aus seiner Haut können, nicht in der Haut von jemandem stecken wollen, nur noch Haut und Knochen sein, seine eigene Haut retten, seine Haut so teuer wie möglich verkaufen, seine Haut zu Markte tragen, sich in seiner Haut (nicht) wohl fühlen, sich seiner Haut zu wehren wissen, unter die Haut gehen,
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